Aktuelles


Aktuelles aus dem Kinderheim

Neues aus dem Kinderheim: Die Corona-Pandemie hat Kenia noch voll im Griff. Die Schulen, die derzeit immer noch geschlossen sind, können noch keine Auskunft über den Wiederbeginn geben. Unser Heimleiter vermutet, dass die Schulen dieses Jahr geschlossen bleiben. Aus diesem Grund haben wir für die Übergangszeit zwei Lehrer eingestellt. Sie werden mit den Kindern zusammen den bereits gelernten Schulstoff wiederholen. Wir erhoffen uns dadurch, trotz dieser Krise und den damit verbundenen Schulschließungen, unseren Kindern eine optimale Schulbildung zu ermöglichen.


Dankeschön

Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen, der Schule Am Osterfehn in Ostrhauderfehn, musste auf die sonst üblichen Feierlichkeiten gänzlich verzichten. Die durch verschiedene Aktionen gesammelten Gelder für die Abschlussfeier  wollten Sie einem guten Zweck zukommen zu lassen. Einen Scheck von                 je 200 Euro konnten die Hospizes in Leer und die Nyeri Kinderhilfe im Beisein einiger Schülerinnen und Schüler und der Abschlussklassenlehrer in Empfang nehmen.Wir bedanken uns für diese Spende.


Unser Stipendien-Programm

In diesem Jahr haben wir unser neues Stipendien-Programm eingeführt. Wir möchten euch einen kleinen Überblick verschaffen, warum wir dieses Programm eingeführt haben und wie das Ganze abläuft.

 

Der Besuch einer öffentlichen Primary School (Grundschule) in Kenia ist, bis auf den Kauf von z. B. Schuluniformen, Büchern und Stiften kostenfrei. Im Gegensatz zu der Secondary School (weiterführende Schule), für die muss immer Schulgeld bezahlt werden. Für eine normale Secondary School müssen Eltern zwischen 400 und 800 Euro pro Jahr pro Kind bezahlen. Für viele Familien ist dies schlichtweg einfach nicht zu bezahlen. In Kenia gibt es viele Kinder die mit guten Noten die Primary School abschließen und dann aus finanziellen Gründen ihre Ausbildung nicht fortsetzen können und genau diese Kinder wollen wir mit unseren Stipendien unterstützen.

 

Um dieses Stipendium zu erhalten, mussten sich Schüler bereits im letzten Jahr mithilfe eines mehrseitigen Formulars (was wir in Deutschland entworfen haben) bewerben. Unsere Formulare bestehen aus drei Seiten. Die Kinder müssen neben den persönlichen und akademischen Daten auch Informationen zu ihren familiären Verhältnissen angeben. Außerdem müssen Sie erklären warum gerade sie das Stipendium benötigen und was sie später werden wollen (ein Bild von der ersten Seite befindet sich unten). Nach eingehender Prüfung der Unterlagen durch unseren kenianischen Heimleiter haben wir uns für die Vergabe von Stipendien an zwölf Kinder entschieden. Die Kinder müssen nach jedem Tertial (ein Schuljahr hat drei Tertiale) ihre Leistungen auf der Secondary School nachweisen, wer also bummelt und nicht fleißig genug ist, erhält keine Förderung mehr von uns. Die Förderung erstreckt sich über vier Jahre, also bis zum Abschluss der Secondary School.

 

Einer unserer neuen Stipendiaten ist Stephen Kingori Nyaguthii (siehe Bild). Er hat die Primary School mit sehr guten Noten abgeschlossen und möchte gerne Pilot werden. Seine Mutter war mit sieben Kinder alleinerziehend und hat sie eines Tages einfach sitzen gelassen. Alle Kinder sind daraufhin von seinem Onkel aufgenommen worden. Dieser gibt sich die größte Mühe, die sieben Geschwister neben seinen eigenen Kindern zu versorgen. Um für Stephen die Secondary School zu bezahlen, reicht das Geld aber vorne und hinten nicht aus.

 

Vereinsmitglieder haben Stephen damals noch in seiner Primary School besucht und auch sein Lehrer kennengelernt, der ihn in höchsten Tönen gelobt hat (siehe Bild). Er hat außerdem berichtet, dass er Stephen regelmäßig mit Schuhen ausstatten musste, da die Familie dafür kein Geld hatte. Seit diesem Jahr ist Stephen nun auf St Peters Thunguma Secondary School, die mithilfe des Vereins bezahlt wird.

 

Unser Plan ist im nächsten Jahr wieder neue Kinder in unser Stipendien-Programm aufzunehmen. Allerdings können wir diesen Kindern nur helfen, wenn wir genug Geld durch Spenden, Mitgliedsbeiträge und Patenschaften einnehmen. Das Ziel unseres Vereins war es von Anfang an Kinder aus armen Verhältnissen so zu fördern, dass Sie eines Tages beruflich auf eigenen Füßen stehen können.


Thema Corona im Kinderheim

Das Thema Corona ist ja bei uns im Moment das Top Thema und wir wollten euch informieren wie die Situation im Moment in Kenia und unserem Kinderheim ist.

Auch in Kenia ist Corona mittlerweile angekommen, es gibt zwar "erst" 126 Fälle dennoch ist die Lage kritisch.

 

Die Regierung hat inzwischen unterschiedliche Auflagen erlassen, die den unsrigen hier in Deutschland entsprechen. Schulen und Colleges sind geschlossen. Leute sollen Abstand halten und es bestehen Ausgangsverbote. Die potenziellen Auswirkungen für das Gesundheitssystem, die Wirtschaft, aber auch für den gesellschaftspolitischen Zusammenhalt in Kenia sind bedrohlich.

 

Viele kleine Stände und Märkte in Nyeri sind geschlossen, dort kaufen die meisten Menschen ihre Lebensmittel ein. Das ist zu einem natürlich ein riesen Problem für die Menschen die Nahrungsmittel brauchen und zum anderen auch ein Problem für die kleinen Bauern die im Moment kein Geld verdienen. Eine Arbeitslosenversicherung wie bei uns gibt es dort nicht, die meisten Menschen in Kenia leben von der Hand in den Mund.

 

Zudem ist das Gesundheitssystem in Kenia miserabel dort fehlt es im Moment an allem und die meisten Bürger haben keine Versicherung. HIV macht Menschen besonders angreifbar für Covid-19, für sie ist das Virus eine wesentlich größere Bedrohung.

Für die Bewohner in den Slums, wo die Menschen dicht an dicht leben, ist die Situation im Moment besonders kritisch, dort sind die hygienische Verhältnisse desolat, es gibt kaum fließend Wasser. Die Regierung versucht durch aufstellen von Waschbecken und Desinfektionsstellen den Bewohnern zu helfen.

 

Wir hoffen dennoch, dass die Menschen in Nyeri bzw. Kenia das Virus nicht so hart trifft und dass sich die Situation dort sehr bald normalisiert.

 

In unserem Kinderheim sieht die Lage wie folgt aus:

 

Unser Kinderheim hatte Besuch von Inspektoren der Bezirksregierung Nyeri, die angesichts der Pandemie alle Kinderheime kontrolliert haben. Die Herren waren mit den hygienischen Zuständen bei uns sehr zufrieden und meinten, ein so sauberes Kinderheim gäbe es nicht oft! Weiterhin sollten wir Mundschutzmasken kaufen (die es aber nicht zu kaufen gab) und Desinfektionsmittel bereitstellen (was unser Team schon getan hatte). Seife zum Hände waschen und fließendes Wasser ist zum Glück seit Jahren vorhanden.

 

Unser Team wurde angewiesen die Lebensmittelvorräte aufzustocken, wir sollten für drei Monate Vorräte im Heim haben. Dies wurde bereits erledigt.

 

Unsere Kinder empfinden die Schulschließung bis jetzt noch als zusätzliche Ferien, obwohl sie – wie viele Kinder bei uns – weiterhin zum Lernen angehalten werden. Im Heim gibt es genügend Platz zum Spielen, wir haben in diesem Jahr Gott sei Dank schon ein paar Spiele für draußen gekauft so können sich die Kinder beschäftigen. Unsere Tiere sind nicht nur von den Kindern zu versorgen, sondern auch eine sinnvolle Beschäftigung gegen Langeweile.

 

Bis jetzt ist noch keiner von unseren Kindern und unserem Team erkrankt und wir hoffen, dass es auch so bleibt.

 

Bleibt alle gesund!